SOCIETÀ DANTE ALIGHIERI SALZBURG
 Italienisch-Österreichischer Kulturverein
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Sprachkurse in Italien

Neues von Dante - Ausgabe 6/1999

Il vero incontro - Die wahre Begegnung
Unser Verein
Literatur: Roberto Cotroneo
Vortrag: Burgen im Friaul
Kulturreise: Burgen im Friaul
Theater: Visita ai parenti von Walter Manfrè
Kultur: Fabrizio De Andrè

 

 

 

 

 

 

Il vero incontro
Il prezzo in euro che compare ormai puntuale nei listini prezzi e negli estratti conto è un segno concreto che, nonostante contestazioni e resistenze, il progetto Europa si sta realizzando. Per fortuna, comunque, la moneta non è l'unico segno e anche in campo culturale si iniziano a vedere gli effetti positivi di quella libera circolazione che dovrebbe caratterizzare la casa comune degli europei. Aumentano le proposte e aumentano i potenziali destinatari delle offerte culturali.
A questo crescere degli scambi culturali fra i paesi noi della Dante stiamo certamente dando, proporzionalmente alle nostre forze, un sensibile contributo. Rispetto a un anno fa, per merito nostro ci sono diversi salisburghesi in più che possono capire e farsi capire in Italia. A chi ci ha seguito nei nostri viaggi abbiamo fatto scoprire bellezze e aspetti poco conosciuti del nostro paese. Ma anche qui a Salisburgo siamo riusciti a creare occasioni di scambio molto intense, e non solo per la qualità o il contenuto delle manifestazioni.
La nostra idea di proporre momenti di vita culturale italiana scelti fra le istanze più attuali in antichi edifici salisburghesi ricchi di storia si è rivelata vincente perchè ha avuto l'effetto di ricordare corrispondenze storiche, esaltando i contenuti e i significati di ciascun evento. È così che si realizza il vero incontro fra culture, facendole combinare in modo da creare qualcosa di nuovo, non trasportando semplicemente spettacoli da un paese all'altro. Le pagine di Roberto Cotroneo che parlano di un raffinato pianista e del suo sforzo di conciliare passione e perfezione nella musica, hanno trovato nella casa in cui ha vissuto e suonato la famiglia Mozart una cassa di risonanza particolarissima e unica. Sentir parlare Christoph Ulmer di ville e castelli nel museo Barocco al centro del giardino di Mirabell ha prodotto un supplemento di consapevolezza sul luogo in cui ci si trovava, oltre che sul tema. L'austero chiostro della Vecchia Università si è trasformato, per i pazzi di Walter Manfrè, in un credibilissimo luogo di reclusione, che ha colpito profondamente il nostro pubblico. Il fatto, poi, che passeggiando per la Kaigasse ci si possa imbattere nel manifesto di un film italiano, rende Salisburgo ancora un po' più internationale e fa felici italofili, cinefili e studenti.
Naturalmente tutto questo è stato possibile grazie alla collaborazione con altre persone e con diverse istituzioni (Fondazione Mozarteum, Museo Barocco, Università, Romanistica, Istituto Italiano di Cultura), che cogliamo l'occasione per ringraziare. La cooperazione è infatti l'altra tendenza vincente, che vogliamo continuare a perseguire. Ci sono numerose istituzioni a Salisburgo che propongono cultura italiana e unendo le forze, o anche solo sostenendo le reciproche initiative si può moltiplicare l'effetto dei nostri sforzi.
Il nostro nuovo programma culturale è espressione di questa idea e ha in serbo nuove proposte e qualche riproposta di provata qualità.

Die wahre Begegnung
Der Betrag in Euro, der in Preislisten und Kontoauszügen nun schon regelmäßig erscheint, ist ein konkretes Zeichen dafür, dass, trotz Kritik und Widerständen, das Projekt Europa realisiert wird. Zum Glück ist allerdings die Währung nicht der einzige Hinweis darauf. Auch im Kulturbereich sieht man mehr und mehr die positiven Auswirkungen jenes freien Personenverkehrs, der das gemeinsame europäische Haus ausmachen sollte. Sowohl das Kulturangebot als auch dessen potentielle Zielpublikum wachsen.
Dem zunehmenden Kulturaustausch zwischen den Ländern tragen wir von Dante, im Verhältnis zu unseren Kräften, erheblich bei. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es durch unser Verdienst einige Salzburger/Innen mehr, die Italiener verstehen und sich in Italien verständlich machen können. Diejenigen, die uns auf unseren Reisen begleitet haben, haben wir Schönheiten und weniger bekannte Aspekte Italiens entdecken lassen. Doch auch hier in Salzburg ist es uns - und nicht nur aufgrund der Qualität unserer Veranstaltungen - gelungen, sehr intensive Gelegenheiten des kulturellen Austausches zu schaffen.
Unsere Idee, Momente des aktuellen italienischen Kulturlebens in geschichtsträchtigen Salzburger Gebäuden zu präsentieren, hat sich als erfolgreich erwiesen. Auf diese Weise wurden historische Übereinstimmungen ins Gedächtnis gerufen und dadurch die Inhalte und die Bedeutung jeder Veranstaltung gesteigert. So wird die wahre Begegnung der Kulturen verwirklicht, indem man diese miteinander verquickt und etwas Neues dabei entstehen lässt, und nicht einfach dadurch, dass man Events von einem Land ins andere transportiert. Die Seiten von Roberto Cotroneo, die von einem anspruchsvollen Pianisten und seinem Versuch erzählen, in der Musik Leidenschaft und Perfektion zu vereinen, haben in jenem Haus, in dem die Familie Mozart lebte und musizierte, eine besondere und einzigartige Resonanz gefunden. Christoph Ulmer im Barockmuseum inmitten des Mirabellgartens über Villen und Schlösser sprechen zu hören hat zur Vergegenwärtigung des Veranstaltungsortes und zum besseren Verständnis des Themas verholfen. Der würdevolle Kreuzgang der Alten Universität hat sich für die Irren des Walter Manfrè in einen sehr glaubwürdigen Ort des Eingesperrtseins verwandelt, der unser Publikum tief beeindruckt hat. Darüber hinaus hat die Tatsache, dass man bei einem Spaziergang durch die Kaigasse auf ein italienisches Filmplakat stoßen kann, dazu beigetragen, Salzburg noch etwas internationaler zu machen und Italophile, Kinofans und Studenten zu erfreuen.
Dies alles war natürlich nur durch die Zusammenarbeit mit anderen Personen und mehreren Institutionen möglich (Stiftung Mozarteum, Barockmuseum, Universität und Institut für Romanistik, Italienisches Kulturinstitut), denen bei dieser Gelegenheit gedankt sei. Kooperation ist die zweite erfolgreiche Linie, die wir fortsetzen wollen. Viele Salzburger Institutionen bieten italienische Kultur an, und wenn man die Kräfte vereint oder auch nur die Veranstaltungen wechselseitig unterstützt, kann die Wirkung unserer Anstrengungen vervielfacht werden. Unser neues Kulturprogramm ist Ausdruck dieser Idee und hält neue und schon bewährte Angebote bereit.

GIORGIO SIMONETTO

Unser Verein
Evviva il girotondo

 

Während unsere nun schon traditionellen Kinderkurse für österreichische Kinder, die Italienisch als Fremdsprache lernen, nach wie vor weiter laufen, ist bei uns vor kurzem eine besondere Initiative für Kinder, die schon von Haus aus Italienisch können, gestartet worden.

Il giorno 4 dicembre 1998 un gruppo di bambini bilingui (italiano-tedesco) di Salisburgo si 'e incontrato per la prima volta in un'aula della Societä Dante Alighierl per trascorrere un «pomeriggio italiano». Ci siamo ritrovati numerosi e l'iniziativa ha riscontrato molto interesse fra grandi e piccini.
L'idea di creare «il girotondo» 'e nata da un gruppo di insegnanti-mamme della Dante Alighieri che vorrebbero offrire ai propri figli la possibilitä, pur vivendo a Salisburgo, di incontrare altri amici che parlano italiano per giocare insieme a loro. E nato cosi il «girotondo» come punto di ritrovo per bambini di famiglie italoaustriache che si propone di far conoscere le tradizioni dell'infanzia italiana attraverso giochi, canti efavole.
Visto il successo che questa iniziativa ha riscontrato, ci proponiamo di ripetere l'appuntamento con frequenza mensile. I bambini del «girotondo» si riuniranno ancora una volta venerdt 26febbraio alle ore 14.30 nella sede della Societä Dante Alighieri al piano terra. Vi aspettiamo nuinerosi.

PIERA

Eine Erinnerung
«Ich lerne Dinge kennen, ich koste Speisen, die ich Im Leben noch nie gekannt habe. Ich fühle mich wie ein Kind, das erst zu leben anfängt». Das sagte unser Freund Gerhard Ploder, begeistert von den vielen Entdeckungen und den frühlingshaften Eindrücken eines Kursaufenthalts in Tissano. Ein Mann von hoher Intelligenz, der in der Nachkriegszeit, enttäuscht von der jüngsten Geschichte seines Landes, nach Amerika auswanderte und dort, sowie später in England und Skandinavien als Forscher arbeitete. Zurückgekehrt, schon über sechzig, wollte er aus Freude am Lernen auch Italien und dessen Sprache kennenlernen. Jetzt, da er leider nicht mehr dorthin mitreisen kann, bleibt uns nur die Freude, mit ihm so manche glückliche Stunde geteilt zu haben.

GIORGIO

Unsere Kurse erfolgreich wie noch nie
Im vergangenen Wintersemester hat die Zahl der Kursteilnehmer bei uns Rekordwerte erreicht. Die neu eingeführten Crashkurse haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, der Trend war jedoch auch sonst sehr erfreulich. Über 50 Kurse mit etwa 460 Anmeldungen sind für uns ein sehr gutes Ergebnis. Aus einem solchen Zuwachs geht eine Reihe positiver Auswirkungen hervor, von denen alle Mitglieder profitieren. Erstens hat der Verein mehr Mittel für die Verbesserung des Service und der Infrastruktur, für die Lehrerfortbildung und auch für die Kulturveranstaltungen zur Verfügung. Zweitens, wächst mit der Teilnehmerzahl auch der Druck zur Modernisierung, das Lehrerteam wird größer, die menschliche Dynamik reicher und damit auch die neuen Ideen. Cantare in italiano ist schon eine solide Wirklichkeit und jetzt ist auch Cuciniamo, unser neuer Kochkurs gestartet. Auch bei steigender organisatorischer Belastung sind wir jedoch nach wie vor bemüht, jeden Kursteilnehmer so persönlich zu betreuen, als wären wir ein ganz kleiner Betrieb.

Tedesco per italiani
È un corso che abbiamo introdotto in via sperimentale in questo semestre attivando per ora solo un livello, cioè quello presumibile per italiani che risiedono in loco e dispongono già di conoscenze preliminari o esperienza quotidiana di lingua parlata e desiderano consolidare la competenza grammaticale e scritta. Se funzionerà introdurremo altri livelli, con preferenza ovviamente per gruppi precostituiti.

Regioni d'Italia
Dal momento che moltifrequentatori dei nostri corsi sono anche appassionati visitatori dell'Italia, abbiamo pensato di aiutarli con qualche idea per i loro viaggi. Abbiamo contattato gli assessorati al turismo delle varie regioni pregandoli di inviarci materiale informativo sul loro territorio e le loro strutture turistiche. Molte regioni hanno risposto ed ormai abbiamo già una buona quantitä di materiale su diverse città e regioni a disposizione degli interessati. Lo si trova al terzo piano dell'Haus Corso, nell'espositore accanto alla nostra porta, anche al difuori degli orari d'ufficio.

DANIELA NERINI

Roberto Cotroneo
Die verlorene Partitur, Insel 1997.
«... denn die Musik ist kein Mittel, um von Leidenschaft zu sprechen, sie ist kein sentimentaler Roman, sie ist selbst Leidenschaft, eine gefährliche Beziehung, der man nie völlig nachgeben darf, weil sie einen zwingt, von Dingen zu sprechen, von denen niemand etwas weiß. Die Musik zwingt dich, die Noten mit Worten zu verfolgen, und obwohl auch die Worte einen Klang haben können, einen Rhythmus, eine Melodie, wird es ihnen niemals gelingen, jene Harmonien zu wiederholen, die du zu erzählen, zu beschreiben versuchst ... »
Wenn, wie der Ich-Erzähler des Romans Die verlorene Partitur behauptet, die Musik kein Alphabet, um von Anderem zu sprechen, sondern ein in sich vollkommenes Ereignis ist, und wenn andererseits das Wort nicht fähig ist, die Klangwelt zu beschreiben, dann ist ein Roman über Musik eine unmögliche Herausforderung. Roberto Cotroneo hat diese Herausforderung in einem intensiven und komplexen Roman angenommen. Chopins Biographie und die verschlungenen Wege eines verschollenen Manuskriptes bilden den Hintergrund, vor dem sich die an Arturo Benedetti Michelangeli angelehnte Figur eines Pianisten bewegt. Das Ganze gestaltet sich als ununterbrochener, raffinierter, mit Kompetenz und Gefühl geführter Diskurs über Musik.
Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Autograph der 4. Ballade von Chopin, das auf sonderbaren Wegen in die Hände eines Pianisten unserer Zeit kommt. Wie sich herausstellt, hat Chopin wenige Monate vor seinem Tod die Coda der Ballade neu geschrieben und Solange sechzehnjähriger Tochter der Dichterin Georges Sand das Manuskript als «unmögliche Liebeserklärung» geschenkt. Die unter emotionalem Druck geschriebenen Noten des Presto con fuoco verraten diese geheime Leidenschaft. Das geübte Auge eines Experten kann sie aus äußeren Merkmalen der Handschrift herauslesen, die er als semiotischen Text interpretiert. Doch nur das Einfühlungsvermögen des Pianisten, der diese Zeichen als «Handschrift der Leidenschaften» liest, kann die Schwingungen nachspüren, die sie erzeugten.
Auf der erzählerischen Ebene fungiert die Partitur mit ihrer komplexen Geschichte als Triebfeder der Handlung. Aber die Partitur ist auch die große Metapher, die der inneren Entwicklung des Protagonisten zugrunde liegt und auf seine Versuche anspielt, Ordnung im eigenen Leben zu schaffen. Sein Kampf besteht eben darin, scheinbar zufälligen Ereignissen einen Sinn zu geben, indem er sie in die Notenlinien einer Komposition einfügt, deren Schöpfer er ist. Der Kontrast zwischen dem Begehren nach Perfektion und den Ablenkungen, den brennenden Leidenschaften, denen er hilflos zum Opfer fällt - wird sich nur auflösen, wenn er die Unvollkommenheit als menschlich akzeptiert.
Dieser Kampf mit sich selbst, der eigentliche Kern des Romans, wird nicht nach herkömmlichen Erzählregeln wiedergegeben. Die Ereignisse verknüpfen sich nicht in einer linearen Entwicklungsrichtung, die Spannungsbögen folgen einer Eigendynamik. Die Themen werden in einer Weise angedeutet und abgelegt, wiederaufgenommen, weiterentwickelt und zusammengefügt, die eher an eine musikalische Komposition erinnert. Gedanken und Gefühle werden wie Notenkaskaden moduliert. Innere Spannungen erklingen wie eigensinnige, in tieferen Spiralen immer wiederkommende Akkorde, die scheinbar vergebens unfassbare Harmonien verfolgen, um sie nur in der «perfekten Schwingung» jenes F zu erreichen, mit dem das Buch endet und die Coda der Ballade beginnt.

Otranto, Insel 1998.
War es in Presto confuoco die Partitur, die erzählerisch und symbolisch das zentrale Motiv bildete, so wird in Otranto das alte Bodenmosaik in der Kathedrale dieser Stadt zur tragenden Metapher. Welli, so heißt die holländische Restaurateurin, die das Kunstwerk vor dem Verfall retten soll, begreift sehr bald, dass ihre Aufgabe weit über das Restaurieren abgenutzter Steine hinausgeht. Teils durch semiotische Interpretation der Bilder, teils durch mystische Einsicht begreift sie, dass diese rätselhaften Bibelszenen aus dem 12. Jahrhundert prophetischen Charakter haben. Sie nehmen das blutige Opfer der achthundert christlichen Märtyrer vorweg, die 1480 hier von den Türken enthauptet wurden. Vielleicht aber verbirgt sich in diesen Zeichen sogar eine Aussage über die Gegenwart und den eigentlichen Sinn der Ankunft Wellis in Otranto. Ein seltsamer Zufall scheint die Fäden ihrer Familiengeschichte mit Otrantos Vergangenheit zu verknüpfen. Unzählige Entsprechungen zwischen heute und damals lassen sich durch ihre Anwesenheit in der Stadt wie Mosaiksteine zusammenfügen. Ob Lebende oder Geister, alle scheinen hier nur auf sie gewartet zu haben, denn in Otranto steht die Zeit still, und dieselbe Stunde kehrt immer wieder.
Aus solchen Elementen könnte eine düstere Geistergeschichte entstehen. Doch im heißen Süden manifestieren sich die Dämonen am hellichten Tag, wenn die Sonne am stärksten scheint. Denn «in der Mittagsstunde mündet der höchste Triumph der bejahenden Kräfte in Verzicht, ihre Lebendigkeit endet in Schlaf und ihre Fülle in Schwäche.» Otranto ist in erster Linie ein Roman über das Licht. Die magisch-mystische Kraft des südlichen Mittagslichts, das durch seine Helligkeit die Schatten um so schwärzer erscheinen lässt, bildet den Gegensatz zum zarten, diffusen, schattenlosen Licht des Nordens. Dieses mildere Licht hat die Protagonistin in den Bildern ihres Vaters kennengelernt, einem Maler, der alle flämischen Meister bis auf Van Gogh kopieren konnte. Doch eine mütterlicherseits angeborene Sehnsucht treibt sie in das grelle, heilige, absolute Licht Otrantos, weil nur hier ihre Sendung und ihr Schicksal in Erfüllung gehen können.

GIORGIO SIMONETTO

Die Lesung im Mozart Wohnhaus wurde durch die Unterstützung der Internationalen Stiftung Mozarteum ermöglicht.

 

Die Burgen im Friaul - Vortrag
Bei seinem Vortrag über Friauls Burgen im stimmungsvollen Rahmen des Salzburger Barockmuseums rechnete Christoph Ulmer wieder einmal mit einigen Gemeinplätzen und angestammten Meinungen der Kunstgeschichte ab.
Das klassische Bild der mittelalterlichen Burg mit einer Vielfalt von hohen Türmen, Mauern und Zinnen, wie es von den Ritterepen bis hin zu romantischen Nachempfindungen wie Neuschwanstein verbreitet wird, entspreche nicht der historischen Wahrheit. Diesen verblüffenden Schluss zog der Vortragende aus der systematischen Revidierung einiger traditioneller Erklärungen des Phänomens Burg.
Vehement bestritten wird von Ulmer in erster Linie die römische Herkunft der Burg. Die so gerne erwähnte Kontinuität vom römischen Castrum bis zur mittelalterlichen Burg sei weder archäologisch noch historisch belegt. Von Castellum (Verkleinerungsform von Castrum) auf Castello (Italienisch für Burg) zu schließen sei voreilig und falsch. Das Castrum war der Sitz einer Garnison und das Kastell eine ganze Ortschaft, die in den Grenzgebieten auch befestigt sein konnte. Die Burg hingegen diente ausschließlich als Sitz einer Familie und war viel kleiner.

Bild: Die Burg Villalta. Nordseite

Während also das römische Kastell Ausdruck eines starken Staates ist, der Bürger und Land schützt, entsteht die Burg als Symptom des Verfalls eines Zentralstaates und des Bedürfnisses seitens des Adeligen, sich selbst zu schützen. Die mittelalterlichen Burgen werden nicht zur Verteidigung eines Gebiets oder seiner Bevölkerung an strategisch wichtigen Stellen gebaut, im Gegenteil, sie befinden sich meistens auf schroffen Felsen (z.B. Villalta) oder inmitten von Sümpfen (z.B. Strassoldo) in schwer erreichbaren Positionen. Die Person des Adeligen ist der Träger der Rechte über das Land, nur sie muss davor geschätzt werden, in feindliche Hand zu gelangen.
Wenn die Entstehungsgeschichte der Burg eine Verbindung zur Römerzeit aufweist, dann betrifft sie die Villa, die sich der römische Großgrundbesitzer auf dem Land baute, und die manchmal sogar Türme mit repräsentativer Funktion hatte. Dieses Modell wurde im Frühmittelalter von den größeren Bauten, den königlichen Pfalzen, übernommen, und erhielt den Turm als repräsentatives Element. Der Kleinadel wohnte anfangs auch auf dem Gutshof. Später baute er sich Burgen aus armen Materialien - meistens Holz, so dass kaum Reste davon bleiben. Anhand von Beispielen wie etwa Duino und Tricesimo zeigte Ulmer, dass die größeren steinernen Bauten Ausnahmen waren, die aufgrund ihres Umfangs rein wirtschaftlich einem durchschnittlichen Adeligen unmöglich gehören konnten, und sich nur als landesherrliebe Sitze erklären lassen. Die eigentlichen Ritterburgen aus dem Spätmittelalter (1150-1350) entsprachen nicht unserem heutigen Bild der Burg, sie waren nicht sehr wehrhaft und ähnelten eher einem Palast, der aus einem einfachen Kubus bestand. Anhand der Baugeschichte einzelner Burgen, die heute noch Türme, Mauern und Zinnen haben (z.B. Tricesimo), konnte Ulmer beweisen, dass diese für uns typisch mittelalterlichen Züge z.T. erst später mit rein repräsentativer Funktion hinzugefügt wurden. So stammen Türme und Schießscharten vielfach aus einer Zeit, in der solche Häuser Oberhaupt keine Wehrfunktion mehr hatten. Das Mittelalterliche diente nur dazu, auf einen weit zurückreichenden Stammbaum hinzuweisen.
Ebenso zu revidieren sei folglich - so Ulmer - auch die herkömmliche Erklärung des Niedergangs der Burg. Nicht - wie allgemein angenommen - die Entwicklung der Waffentechnik und die Einführung der Kanonen seien ausschlaggebend gewesen. Die kleineren Häuser waren ohnehin nicht besonders wehrhaft, und auch eine größere Burg wie die Festung von Görz, die sehr wohl kanonenfeste Mauern besaß, ist bereits nach einer 24stündigen Belagerung gefallen. Nicht die Feuerwaffen waren dabei entscheidend, sondern die durch den Absolutismus veränderten politischen Verhältnisse. Die Burgen wurden in dem Augenblick bedeutungslos, als sie nicht mehr einen Burgherrn vor einem anderen schützen sollten, der mit einem Trupp von höchstens 300 Mann zum Angriff kam, sondern als durch die Entstehung des Zentralstaates Massenheere von 30.000 Soldaten Europa durchstreiften. Solchen Gegnern war auch die festeste Burg nicht gewachsen, weil sie nicht ausreichenden Platz für genügend Verteidiger bot.
Um der veränderten Situation zu entsprechen entstand hingegen im 16. Jh. mit einer völlig neuen Konzeption die Festung Palmanova, die ein richtiges Heer in sich beherbergen konnte. Viele Burgen wurden verlassen und verkamen zu Ruinen, andere wurden nach dem wechselnden Geschmack der Zeit umgebaut und bekamen z.T. erst viel später, oft sogar im 19. Jh., die malerischen «mittelalterlichen» Züge, die man sich von einer Burg gewöhnlich erwartet.

EIN GARÇONNIERE-BEWOHNER

Der Vortrag wurde durch die freundliche Unterstützung des Salzburger Barockmuseums ermöglicht.

Ines Schütz

Die Burgen im Friaul - Kulturreise
Höhepunkte dreier schöner Tage (13.-15.11.98):
Villa Agricola Strassoldo
in Tissano. Der Hausherr Dr. Ulrner empfängt uns mit einem Begrüßungstrunk bei Kaminfeuer. Die alte Herrschaftsvilla hat einen großen wunderschön bepflanzten und gepflegten Garten mit einem Teich.
In Duino, an der Adriaküste, gehen wir bei Sonnenschein den Rilkeweg (hier hielt sich Rilke öfters auf und schrieb die «Duineser Elegien») mit schönem

 

Bild: Die Burg Duino

Blick auf die Bucht von Triest. Auf einer Felsenklippe steht die Burg Duino aus dem 16. Jh. mit einem angeblich römischen Turm, den unser Führer allerdings sehr glaubwürdig als mittelalterlich einstuft. Zur Zeit im Besitz der Fam. Thurn und Taxis.
Strassoldo ist das Musterbeispiel einer Burg, die zum Schutz des Feudalherren in einem abgelegenen Gebiet - früher von Sümpfen und Wäldern umgeben entstanden ist. Die beiden Schlösser, zu denen sich die Anlage entwickelt hat, befinden sich heute noch auf zwei Flussinseln zwischen Wasserläufen. Die erste Burg entstand im 12. Jh. als neuer Sitz einer langobardischen Familie, die wegen ihrer Kriegsverdienste nach altem Feudalrecht in die Grafschaft erhoben wurde.
Vor dem jetzigen Wohntrakt erwartet uns Gräfin Elisabeth Strassoldo, die uns durch die Wohnräume sowie durch die jahrhundertelange Geschichte ihrer Familie führt. In den ältesten Aufzeichnungen aus dem Besitz von Ramboldo Strassoldo aus 1180 wird ein hölzerner Turm erwähnt. Später wurde das Haus zur Villa umgebaut. Eine Urahnin der jetzigen Gräfin Elisabeth wurde hier mit Feldmarschall Radetzky verheiratet.
Palmanova, 1593 gebaut, erstes Beispiel einer zentralen Festungsanlage in Europa. Solche Festungen entstanden, um großen Heeren zu widerstehen, weil sie selber Zehntausende Soldaten beherbergen konnten. Der Festungswall ist so erbaut, dass man die Stadt von außen nicht sehen kann. Burgen stehen als Symbol der Mach fast immer erhöht und sollen gesehen werden, während Festungen bzw. befestigte Ansiedlungen für den Feind unsichtbar hinter Festungswällen sein sollen. Die Mauern sind sternförmig, um dem Schuss feindlicher Kanonen möglichst wenig offene Flächen zu bieten. Die Bollwerke sind so gebaut, dass die Abwehrartillerien in keine Richtung einen leeren Winkel haben.
Die Burg Tricesimo, als landesherrlicher Sitz entstanden, ist die größte Burganlage von Friaul. Um 1300 gebaut, war das Haus gerade zur Blütezeit der Burgen eher eine unwehrhafte Villa als eine Burg. Durch die Rekonstruktion einer komplexen Baugeschichte zeigt uns Dr. Ulmer, wie der ursprüngliche Kubus abwechselnd zur (Schein-) Burg oder zur Villa umgebaut wird, bis zwischen 1520 und 1640 im Hof aus alten Bausteinen ein Turm errichtet wird und das Aussehen einer Burg die Oberhand nimmt.
Das Castello di Vilialta ist heute eine mächtige, äußerst malerische Burg mit ghibellinischen Zinnen und Mauern. Der älteste Teil entstand im 12. Jh. auf einem aufgeschütteten Hügel und bestand aus einem steinernen Turm und einer teils 1 m. hohen Ringmauer. Der Turm hatte eher Symbol- als Abwehrcharakter. Im mittelalterlieben Recht konnte sich nämlich jeder Besitzer eines Steinturmes Ritter nennen. Es gibt allerdings keine andere Burg in Friaul, die zwischen 1200 und 1400 öfter belagert und teils zerstört wurde. Um so spannender konnte uns Dr. Ulmer die konkreten Spuren der verschiedenen Stufen dieser bewegten Baugeschichte zeigen. Die ursprünglich schlichte und kleine Ritterburg wurde nach mehrmaliger Zerstörung und Wiedererrichtung mit denselben Materialien, ab dem 15. Jh. zu einer größeren

Bild: Die Burg Villalta. Westseite

Anlage mit einem Palast im Renaissancestil umgewandelt. Die für eine Villa typische, wunderschöne Terrasse mit Blick über die Ebene vor Udine ist von einer niederen Zinnenmauer gesäumt, die jedoch von außen wie eine uneinnehmbare Bastion wirkt. Im Gegensatz zu anderen Burgen ist Villalta gut erhalten, weil sie glücklicherweise nur wenige Jahrzehnte am Beginn des 19. Jh. verlassen blieb. Dann wurde sie von einem Romantiker gekauft und mit Hervorhebung der burghaften Elemente renoviert. Unter dem jetzigen Besitzer, Don Carlos Tasso von Sachsen Coburg und Braganza, wurde Villalta zum Nationaldenkmal erklärt und zum Kongresszentrum von hohem Niveau umstrukturiert.

ERNA MAYER

Teatro: Visita ai parenti von Walter Manfrè
Ein Stück italienischer Theaterkultur zeigt sich mit dem Stück «Visita ai Parenti» (Besuch bei Verwandten) von Aldo Nikolaj. Das zeitgenössische Theater in der Regie und Konzeption von Walter Manfrè folgt eigenen Gesetzen und einer eigenen Formensprache. Bekannt für ungewöhnliche Spielorte und Spielkonstruktionen wählt Manfrè diesmal Kurs- und Nebenräume der alten Universität als Aufführungsort. Dort erwartet das Publikum ein «Besuch bei Verwandten», ein Sich-zur-Schau-stellen von sechs Personen mit ihren Manien, Phobien und Neurosen. Die Personen sind auf sechs Kammern mit den nötigsten Requisiten und Licht verteilt. Manfrè lässt jede sechsmal ihren Monolog synchron mit den andern halten, während Gruppen von jeweils zehn Zuschauern der Reihe nach alle Zimmer besuchen.
Die so erreichte Intensität des Spiels erinnert an einen Besuch im Altenheim oder Krankenhaus. Direkter Partner der Monologe wird der Zuschauer. Begrüßt und empfangen, ohne große Möglichkeit sich dem Spiel zu entziehen, stößt man auf drei Männer und drei Frauen. Es sind Liebende, Enttäuschte und Träumende mit ihren Alltagsgeschichten. Während des Spiels beginnt eine Wandlung ins Bizarre, ins Absurde, die in einer Spiegelung des Ausgangspunktes endet.

FERDINAND WÖGERBAUER

Visita ai parenti
Visita ai parenti è una pièce di Walter Manfrè su teste di Aldo Nicolaj. Lo spettacolo, allestito in maniera non tradizionale in sei diversi ambienti, si inserisce nella linea di ricerca di un nuovo modo difare teatro, che da anni il registalautore Walter Manfrè persegue con originalità e coerenza. E'un teatro che privilegia il rapporto attore/spettatore abolendo il consueto diaframma del palcoscenico e mettendo la spettatore al centro dell'evento teatrale, a contatto diretto, fisico con l'attore e con i testi, sempre di drammaturgia contemporanea.

 

Bild: Der Mann aus dem Süden (Gianni Pellegrino)

Fra gli altri lavori di Manfrè vanno ricordati, per il particolare successo di pubblico e di critica, La confessione (93) e Il viaggio (96). Dal 98 Manfrè ha stretto un sodalizio artistico con la compagnia Florian di Pescara, diretta da Giulia Basel e Massimo Vellaccio, dando vita ad un nuovo organismo stabile: la Compagnia Florian Proposta Centro Abruzzese di ricerca teatrale.

Die Rolle des Zuschauers
Interview mit Manfrè
Ungewöhnlich ist es schon, als Zuschauer vom Schauspieler während der Vorstellung Kaffee und Kekse angeboten zu bekommen. Er ist nett, man muss «ja» oder «nein danke» sagen. Schon dadurch ist man kein passiver Zuschauer mehr, sondern ein Gesprächspartner. Warum das bei diesem Stück so ist, hat Neues von Dante den Regisseur selbst gefragt.

Wie hat sich Deine Laufbahn entwickelt?
Ich habe als Schauspieler in wichtigen italienischen Truppen begonnen, die klassisches und traditionelles Theater machen. Ich war sehr diszipliniert, aber auch immer kritisch gegenüber den Stücken, die ich so spielen musste, wie es der Regisseur wollte. Ich litt sehr darunter, und deshalb beschloss ich, selbst Regisseur zu werden.

Was ist das Grundprinzip Deines Theaters?
Im Wesentlichen die Aufwertung der drei Grundelemente des Theaters: Text, Schauspieler und Zuschauer. Meine Aufmerksamkeit gilt vor allem letzterem. Ich versuche, auch dem Zuschauer eine Rolle zuzuweisen, ich beziehe ihn in die Handlung ein, ohne dass er jedoch deren Verlauf beeinflussen kann. Aus diesem Grund sind für meine Stücke wenige Zuschauer vorgesehen. Gerade dadurch, dass ich meine Aufmerksamkeit auf sie konzentriere, gelingt es meinen Geschichten, in ihre Köpfe und in ihre Herzen zu dringen.

Bringt dies organisatorische Schwierigkeiten mit sich?
Ja, denn die Einnahmen sind sehr niedrig, und die Produzenten weigern sich, Geld zu investieren, das sie nie zurückbekommen. Die künstlerische Befriedigung ist dafür sehr groß.

Woran arbeitest Du zur Zeit?
Ich realisiere gerade mit 25 Schauspielern aus Pescara «Die Befragung Marias» von Giovanni Testori, ein sehr beeindruckendes religiöses Stück. Danach werde ich mit meinem originellsten Stück «Die Beichte» in Avignon und Südamerika sein.

Kannst Du es uns kurz schildern?
24 Schauspieler stehen 24 Zuschauern gegenüber: 12 Frauen vor 12 Männern und umgekehrt. Jeder Schauspieler beichtet seinem Zuhörer eine Sünde. Dann wechseln die Paare, bis alle Zuschauer 12 Sünden gehört haben. Das ist mein bisher kühnstes Projekt, aber auch das erfolgreichste. In Rom wurde es jahrelang gespielt, weil es durch die Kanäle der Mundpropaganda ständig weiterempfohlen und immer wieder nachverlangt wurde, als die vorgesehenen Termine zu Ende waren.

Könnte die Beichte auch in Salzburg gespielt werden?
Bei diesem Stück arbeite ich überall mit einheimischen Schauspielern. Falls sich in Salzburg 24 Sünder finden, warum nicht?

DEUTSCH VON STEPHANIE HARANT

Die Verwandten
Der Mann aus dem Süden (Gianni Pellegrino) ist leidenschaftlich, eifersüchtig und mit einem starken Ehrgefühl. Als ihn seine Frau mit einem sanften jungen Mann, einem Dichter betrog, beschloss er, letzteren zu töten. Beim Prozess gab die Frau zu, dass sie ihren Mann betrogen hat, und so wurde er freigelassen, muss aber von jetzt an mit der öffentlichen Schande leben, ein «gehörnter Ehemann» zu sein.

 

Bild: Die Königin (Giulia Basel)

Die Königin (Giulia Basel) erzählt von ihrer traurigen Ehe mit einem fetten, wenig leidenschaftlichen Mann. Für ihn war nur die Arbeit in seinem Antiquitätengeschäft wichtig, wo er von schönen Lehrjungen umgeben war.
Die beiden hatten eine Tochter, die sich als einzige um die Frau kümmerte. Weil die Mutter oft betrübt und einsam ist, schenkt ihr eines Tages das Mädchen ein weißes Pulver. Wenn sie daran schnupft, werde sie sich wohl fühlen und glücklich sein. Und die Mutter schnupft dieses Pulver, wenn sie traurig ist, dann stellt sie sich ans Fenster und sieht, wie ihr das ganze Dorf zuwinkt und ruft: «Es lebe die Königin, es lebe die Königin».

Die Seifensiederin (Franca Arborea) hat einen Sauberkeitswahn. Während des Kriegs, als keine Seife zu bekommen war, entdeckte sie, dass man mit Fett, mit dem Fett von Menschen, Seife herstellen kann. So begann sie, alle dicken Menschen, die sie traf, in ihr Haus einzuladen und aus Ihnen Seife zu machen. Aus diesem Grund ist sie lebenslänglich eingesperrt. Doch sie ist sehr glücklich: jetzt hat sie ein Waschbecken mit fließendem Wasser Tag und Nacht, und so kann sie sich waschen, wann immer sie will.

Bild: Der Mann, der Frauen liebte (Massimo Vellaccio)

Der Mann, der die Frauen liebt, wirkt unheimlich in der glaubwürdigen Darstellung von Massimo Vellaccio. Von ihm wird behauptet, er liebe die Frauen nicht. - Er hingegen ... er betet sie geradezu an, weil sie so schön sind. Wenn er kann, lädt er eine in einen Wald ein und streichelt sie am Hals, immer stärker, immer stärker...
Dann nimmt er ein Souvenir mit nach Hause: Seidenst mpfe, ein Tuch, einen Slip. Denn er betet die Frauen an.
Der solidarische Herr (Giacomo Vallozza) hatte ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau, die schön, aber sehr besitzergreifend war. Als sie ihn überreden wollte, ihren Ehemann zu töten, bestand er darauf, sein zukünftiges Opfer kennenzulernen. Zwischen den beiden Männern entstand eine starke Solidarität und so beschlossen sie, die Frau gemeinsam töten. Jetzt sind die beiden Freunde und können in Ruhe und Frieden leben.


Die Herzogin der Mäuse (Giuliana Antenucci) ist eine verarmte Herzogin, die in ihrem Schloss weiße Mäuse züchtete. Die Aktivität war sehr einträglich, doch die Mäuse vermehrten sich zu schnell und innerhalb kurzer Zeit wurden sie nicht nur die Herren des Schlosses, sondern auch des Verstandes der alten Frau.

Bild: Die Seifensiederin (Franca Arborea)

Visita ai Parenti wurde am 20. und 21.11.1998 in der Alten Universität aufgeführt. Die Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Romanistik und mit der Unterstützung vom Land Salzburg sowie des Italienischen Kulturinstituts Innsbruck. Möglich gemacht hat sie vor allem das große Engagement von Daniela Di Scerni Wögerbauer. Unser Dank gilt auch der Theologischen Fakultät für die Kursräume und den Salzburger Festspielen für die Requisiten, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

 

Fabrizio De Andre'
La notte tra il 10 e 1'1 1 gennaio ä morto a Milano Fabrizio De Andrè. Poco conosciuto al di qua delle Alpi, era popolarissimo in Italia. Era nato il 18 gennaio 1940 a Genova. Dopo l'infanzia trascorsa in campagna, vicino ad Asti, dove la sua famiglia si era rifugiata a causa della guerra, Fabrizio tornò a Genova per frequentare le scuole. In quegli anni cominciò anche a suonare la chitarra, a scrivere e cantare canzoni. «La sua passione era sempre la musica. Aveva ricevuto in regalo una chitarra e non la lasciava mai, neppure quando andava in bagno. Prese delle lezioni da un bravo maestro argentino che lo capì molto e lo fece suonare subito, tralasciando la lunga trafila delle nozioni preliminari ehe l'avrebbero annoiato molto». Sono parole della madre, in un'intervista del 1978. (F.de Andrè, Canzoni, a cura di L. Granetto, Roma, Lato Side, 1980, P.8).
Le sue aspettative artistiche erano profondamente legate alla vita e alla societä in cui viveva. Della canzone non gli interessava l'aspetto «tecnico», perchè cantare non è mai stato per lui un puro fatto estetico, bensì un'esperienza di vita, da comunicare. In un'intervista registrata da Fernanda Pivano nel 1971 in occasione dell'uscita del disco Non al denaro non all'amore n'e al cielo, tratto dall'Antologia di Spoon River di E. L. Masters aveva detto: «... nei dischi racconto sempre le cose ehe faccio, racconto la mia vita, cerco di esprimere i miei malumori, le mie magagne - perchè penso di essere un individuo normale e dunque penso ehe queste cose possano interessare anche gli altri, perchè gli altri sono abbastanza simili a me.» (Ivi. p.70).

Da questo suo interesse per la «normalità» dell'esistenza trae origine il suo mondo poetico, popolato di personaggi umili, spesso perdenti: Bocca di Rosa (che Fabrizio confessò di aver effettivamente conosciuto e frequentato, nella sua giovinezza a Genova), Marinella (una ragazza vittima di violenza e uccisa, la cui storia aveva letto in un articolo di cronaca nera), Michè (suicida in carcere per amore), il Giudice nano (divenuto vendicativo per aver troppo subito il disprezzo dei normali), Piero e Andrea (vittime dell'insensatezza della guerra) e tanti altri. Dall'amore per la vita «normale» deriva anche il suo mondo musicale, ispirato alla musica popolare, alla tradizione degli «chansonnier» francesi, ai suoni della realtà (voci e suoni rurali e urbani, a volte registrati e utilizzati senza manipolazioni). In questa duplice aderenza alla realtä (nei testi, e nella musica) sta forse la maggiore differenza rispetto ai suoi colleghi cantautori della cosiddetta «scuola genovese». In un'intervista al Corriere della Sera, Bruno Lauzi, suo amico e collega, ha sottolineato l'assoluta originalità, sin dagli esordi, della musica di De Andrè. Più che di «scuola genovese», secondo Lauzi, si dovrebbe parlare semplicemente di «Genova», città dai mille volti e dalle cento atmosfere, luogo in cui, quasi magicamente, agli inizi degli anni Sessanta, fiorì una cerchia di cantautori come Tenco, Lauzi, Endrigo, Conte, De Andrè appunto. Nessuno andò a scuola dall'altro e ognuno si ispirò alle più diverse realtà musicali del momento. Solo De Andrè, perä, seppe cosi potentemente parlare della realtà, popolare e cittadina, quotidiana c storica, unendo alle parole una personale ricerca musicale. Per questo, dal suo debutto (Nuvole barocche, 1958) in poi, per più di quarant'anni, Fabrizio De Andrè è stato uno dei cantautori più amati e seguiti nel panorama della canzone d'autore italiana.

Fausto Tuscano

Quello che non ho sono le tue Parole
Qualche considerazione sulla poesia di Fabrizio De Andrè citando versi quasi a memoria

Davanti agli occhi il deserto
una distesa di segatura
minuscoliframmenti
dellafatica della natura

Così vede il deserto Giuseppe mentre ritorna a Nazareth, nella Buona novella. Non sembrerebbe particolarmente originale paragonare la sabbia alla segatura, se non fossero gli occhi di un falegname a vederla e a considerare il prodotto del lavoro millenario della natura come ciò che rimane sul pavimento dopo la sua fatica quotidiana. Semplice e geniale, come può essere la poesia. Quella di De Andrè è spesso facile, musicale, fatta di sensazioni molto concrete, ehe ricrea una scena concentrando dati visivi

Passano le villeggianti
con gli occhi di vetro scuro
passano sotto le reti
che asciugano sul muro

Il vetro scuro suggerisce l'effetto di occhi verdi, profondi, ma forse anche freddi, tanto più che rimano con muro. La metafora qui ha una funzione descrittiva, serve a dipingere un quadro con più intensità, ma non è sempre così. La stessa canzone (Le acciughe fanno il pallone) presenta una specie di ritomello, sempre leggermente variato, ehe muove dagli oggetti e dalle azioni quotidiane della vita in un paese di mare e piano piano se ne stacca:

ogni tre ami
c'è una stella marina
ogni tre stelle
c'è un aereo che vola
ogni tre notti
un sogno che mi consola

il ciclo basato sul numero tre è tipico della filastrocca o della fiaba, che con la leggerezza che le è tipica può elevarsi dal mondo fisico dei pescatori associando la stella marina alla stella come corpo celeste e passare così dal mare al cielo, dal nuoto al volo (I'aereo) e, soprattutto, dal giorno alla notte. Ed è nella notte che può venire, leggero come le cose ehe volano, il terzo elemento, cioè il sogno. Giocando con la tradizione popolare, De Andrè si diverse anche altre volte a creare filastrocche spensierate, fatte tutte di ritmo e figurine spiritose, come in Volta la carta:

Mia madre ha un mulino e un figlio infedele
gl'inzucchera il naso di torta di mele [...]
C'è un bambino che sale un cancello
ruba ciliegie e piume d'uccello
tira sassate e non ha dolori
volta la carta c'è il fante di cuori

L'alfabeto di De Andrè sembra fatto di elementi semplicissimi: di fiori, frutti, mare, vento, stelle, sole, ehe bastano però, ricombinati da lui, a parlare delle cose della vita. In realtà c'è sotto una forte complessitä di linguaggi e una grande varietà di letture, dai poemi epico-cavallereschi a Dante, Ungaretti, ecc., solo ehe generalmente non gli interessa esibire la citazione. Quando invece il confronto con modelli letterari è esplicito (E.L. Masters), si rivela ancora più forte la capacità della sua poesia di guardare il mondo con occhi diversi:

In un vortice di polvere
gli altri vedevano siccità
a me ricordava la gonna di Sally
in un ballo di tanti anni fa.

Le sue immagini, però, possono essere nche più ermetiche e meno trasparenti alla comprensione, giocate più sull'idea, sulla parola, sul paradosso:

potevo assumere un cannibale al giorno
perfarmi insegnare la mia distanza dalle stelle
potevo attraversare litri e litri di corallo
per raggiungere un posto che si chiamasse arrivederci.

Fra i suoi temi preferiti ei sono l'amore e la morte, quest'ultima guardata negli occhi senza paura, il primo inseguito nel suo andare e venire (Amore che vieni amore che vai, Canzone dell'amore perduto), oppure cantato quando è nella sua pienezza:

efurono baci efurono sorrisi
poi furono soltanto i fiordalisi
che videro con gli occhi delle stelle
fremere al vento e ai baci la tua pelle

... e quando non c'è più e ha lasciato solo un vuoto:

Teresa ha gli occhi secchi, guarda verso il mare
per lei, figlia di pirati, penso che sia normale
Teresa parla poco, ha labbra screpolate
mi indica un amore perso a Rimini d'estate

Ma la caratteristica più profonda di De Andrè è un'altra, e si identifica con il tema da lui più sentito. Si tratta della sua totale solidarietà per gli ultimi, per chi è «diverso»:

per chi viaggia in direzione ostinata e contraria
col suo marchio speciale diypeciale disperazione

mentre invece

la maggioranza sta la maggioranza sta.

È sufficiente questo sta per esprimere la sicura stabilitä della maggioranza garantita e benestante della nostra società. Lui invece, di famiglia ricca, si è messo istintivamente dalla parte di questi servi disobbedienti alle leggi del branco. Le sue prime canzoni cantavano romanticamente della graziosa prostituta di Via del Campo o di un'altra, più sfortunata, trovata uccisa, a cui lui ha voluto trovare una fine più dolce con la storia di Marinella ... volata in cielo su una stella. Un'altra raccontava il gesto di solidarietà di un vecchio pescatore per un criminale, un assassino ehe aveva due occhi grandi da bambino ed era, prima di tutto, un uomo ehe diceva ho sete, ho fame. Gli eroi di De Andrè in quell'epoca erano una ragazza di strada, un ciarlatano, un chimico ehe non capiva l'amore, un ladro, un terrorista fallito. E raccomandava agli uomini e a Dio di non condannare questa gente perchè

se non sono gigli
son pur semprefigli
vittime di questo mondo

L'impegno sociale è l'aspetto della sua opera più notato dai commentatori, ma a noi interessa perchè è anche l'essenza della sua poetica, enunciata già in Via del Campo:

dai diamanti non nasce niente
dal letame nascono ifior

Il senso del suo lavoro creativo è appunto quello di trovare i fiori ehe crescono nel letame e nel fango delle one d'ombra della nostra civiltà. Si tratta di fare poesia con materiali poveri e sporchi, facendo diventare poetiehe parole comuni e perfino volgari, mettendo insieme dialetto e lingua letteraria. E questo si vede ancora di più nei suoi ultimi lavori. Forse era più facile fare poesie romantiche con i ladri e le prostitute degli anni sessanta, quando anche l'ideologia della protesta giovanile condivideva simili scelte. Poi però i modelli sono cambiati e i problemi si sono radicalizzati. Oggi cantare le storie degli emarginati significa parlare di cose sporche, spiacevoli, dure. In Anime salve si raccontano i desideri e le paure di Princesa, un transessuale brasiliano la cui tenerezza è costretta ad esprimersi in incontri furtivi sui viaii:

sorriso tenero di verdefoglia
dai suoi capelli sfilo le dita
quando le macchine puntano i fari
sul palcoscenico della mia vita

In un'altra canzone gli zingari del popolo Rom vivono in un pozzo di piscio e cemento eppure possiedono l'antica arte di

saper leggere il libro del mondo
con parole cangianti e nessuna scrittura
nei sentieri costretti in un palmo di mano
segreti che fanno paura

e forse, parlando di quello ehe è giusto e non è giusto, sono loro a raccogliere in bocca il punto di vista di Dio. La propensione a guardare dentro la persona è forte in questo album nel quale non si parla di uomini e donne, ma di anime. In un momento in cui dovunque prevalgono le poetiche del corpo, De Andrè è di nuovo in controtendenza, dice che l'uomo è qualcosa di più alto e grande e duraturo del corpo visibile.
La sua lingua è davvero diversa e può ben dire: quello che non ho sono le tue parole. Per fortuna noi abbiamo ancora le sue.

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